Ursprünglich gepostet in Facebook am 16. Februar 2013.
Vor vierzig Jahren besuchte ich das erste Mal China. Es war ein vollkommen anderes Land als heute: Mao regierte noch, wenngleich schwer gezeichnet vom Alter. Nur wenige Besucher aus dem Westen suchten und fanden Einlass - ich bilde mir ein, unsere Reisegruppe war die erste aus Deutschland überhaupt.
Es gab allerdings ebenfalls eine Reisegruppe aus der neutralen Schweiz, die zu selben Zeit China bereiste, und der Weg beider Gruppen kreuzte sich irgendwo im Hinterland Chinas - im September 1973.
Jetzt lernte ich eines der Mitglieder jener Schweizer Gruppe von damals kennen, und er ergriff die Initiative, 40 Jahre nach der ersten, eine neue Reise zu organisieren. Ganz anders als damals, aber höchst interessant, mit einem vollen Programm "off the beaten track". Für mich eine Möglichkeit, einen ganz neuen Blick auf dieses uralte, brandneue, hochdynamische Land zu werfen.
Am 12. Mai geht es los.
Nachdem ich diesen Text gepostet habe, musste ich feststellen, dass auch www.blogger.com in Teilen Chinas gesperrt ist. Deshalb bin ich umgezogen nach Unterwegs in China und werde dort regelmässig von unserer Reise berichten.
Dienstag, 9. April 2013
Donnerstag, 7. Juni 2012
Copyright: Urherberrechte und Verwertungsrechte im digitalen Zeitalter
Am Dienstag erlebte ich Genséric Cantournets (Telecom Italia) interessanten Vortrag über "Digital Economy and Property Rights: From Gutenberg to Cloud". Er vertrat im Wesentlichen die These, dass elektronische Dokumente a priori Kopien sind, es also kein Original gibt, und deshalb die Copyright Regeln auf digitale Werke (ob MP3 oder HTML) nicht anwendbar sind.
Ich stimme ihm in vielen Punkten zu, aber mir scheint, dass ihm eine wichtige Unterscheidung entgeht. Das hat er gemeinsam mit vielen, die zu diesem Thema ihre Stimme erheben.
Es gibt einen Unterschied zwischen dem Urheberrecht und dem Copyright, der vermutlich in der digitalen Welt an Bedeutung gewinnt. Wikipedia verweist auf "die unterschiedlichen Ansätze des in römischrechtlicher Tradition stehenden Urheberrechts im engeren Sinne (droit d’auteur, diritto di autore) der Länder des civil law im Gegensatz zum angelsächsischen copyright."
Ich glaube, dass die Regeln des Copyright (und damit auch der Verwertungsrechte), so wie sie sich im Vor-Internet-Zeitalter entwickelt haben - im Sinne eines konsequenten Bestands-Schutzes - nur dadurch auf das Internet übertragen lassen, dass sie den Gebrauch des Internet insgesamt strangulieren. Freiheit des Internet, Informationsfreiheit im digitalen Zeitalter, sind mit dem herkömmlichen Copyright nicht vereinbar.
Etwas anderes sind die Autorenrechte, auch Urheberrechte genannt. Diese enthalten nicht nur Verwertungsrechte. Wieder Wikipedia: "Durch das Urheberrechtsgesetz erhält der Urheber als Rechtsinhaber das Recht, über die Nutzungsrechte an seinem Werk frei und ausschließlich zu disponieren. Hierzu schützt § 11 UrhG den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk. Um dieser Rechtsposition Rechnung zu tragen, werden dem Urheber ein Urheberpersönlichkeitsrecht und Verwertungsrechte zugestanden."
Neben dem Recht auf die Verwertung geht es auch darum, dass die Urheberschaft als solche geschützt ist. Hierbei geht es z.B. um Schutz vor Plagiaten. Im Gegensatz zum Copyright glaube ich, dass diese Urheberschaft definitiv schützenswert ist.
Wenn man genau hinhört, dann argumentieren die Verteidiger des Copyright meist in Wirklichkeit mit dem Urheberrecht.
Die Trennung zwischen Urheberrecht und Verwertungsrecht würde es auch erlauben, eine konstruktive Lösung in diesem Disput zu finden. Das Verwertungsrecht muss angepasst werden, und das Urheberrecht verteidigt.
Ich stimme ihm in vielen Punkten zu, aber mir scheint, dass ihm eine wichtige Unterscheidung entgeht. Das hat er gemeinsam mit vielen, die zu diesem Thema ihre Stimme erheben.
Es gibt einen Unterschied zwischen dem Urheberrecht und dem Copyright, der vermutlich in der digitalen Welt an Bedeutung gewinnt. Wikipedia verweist auf "die unterschiedlichen Ansätze des in römischrechtlicher Tradition stehenden Urheberrechts im engeren Sinne (droit d’auteur, diritto di autore) der Länder des civil law im Gegensatz zum angelsächsischen copyright."
Ich glaube, dass die Regeln des Copyright (und damit auch der Verwertungsrechte), so wie sie sich im Vor-Internet-Zeitalter entwickelt haben - im Sinne eines konsequenten Bestands-Schutzes - nur dadurch auf das Internet übertragen lassen, dass sie den Gebrauch des Internet insgesamt strangulieren. Freiheit des Internet, Informationsfreiheit im digitalen Zeitalter, sind mit dem herkömmlichen Copyright nicht vereinbar.
Etwas anderes sind die Autorenrechte, auch Urheberrechte genannt. Diese enthalten nicht nur Verwertungsrechte. Wieder Wikipedia: "Durch das Urheberrechtsgesetz erhält der Urheber als Rechtsinhaber das Recht, über die Nutzungsrechte an seinem Werk frei und ausschließlich zu disponieren. Hierzu schützt § 11 UrhG den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk. Um dieser Rechtsposition Rechnung zu tragen, werden dem Urheber ein Urheberpersönlichkeitsrecht und Verwertungsrechte zugestanden."
Neben dem Recht auf die Verwertung geht es auch darum, dass die Urheberschaft als solche geschützt ist. Hierbei geht es z.B. um Schutz vor Plagiaten. Im Gegensatz zum Copyright glaube ich, dass diese Urheberschaft definitiv schützenswert ist.
Wenn man genau hinhört, dann argumentieren die Verteidiger des Copyright meist in Wirklichkeit mit dem Urheberrecht.
Die Trennung zwischen Urheberrecht und Verwertungsrecht würde es auch erlauben, eine konstruktive Lösung in diesem Disput zu finden. Das Verwertungsrecht muss angepasst werden, und das Urheberrecht verteidigt.
Montag, 31. Mai 2010
Irritierend. Stimme überzeugt nicht. Lena bleibt blass.
Wird der Tagi überhaupt darüber berichten, oder lassen sie es gleich ganz sein? Und wie werden sie damit fertig, dass sogar die Schweizer Delegation Lena auf Platz 1 gesetzt hat?
Der Tagi-Berichterstatter wirkt auch entsprechend gequält. "Eine Sängerin aus der Upper-Class mit englischem Arbeiter-Akzent ist immer wieder irritierend. Die Stimme überzeugt nicht. Lena bleibt blass". Irgendwas muss ihm da entgangen sein.
Zugegeben: das Lied ist flach, der Text echt bescheuert, und Lena singt mit einem ulkigen Akzent. Aber sie ist einfach unglaublich sympathisch. (Ich fand es so herzig, wie sie in Hannover eintrifft und den auf sie wartenden Fans zuruft: "Krass, ihr seid doch verrückt. Es regnet. Geht doch rein!")
Das ist für den Tagi mit seiner ganzen verquasten Berichterstattung am schwierigsten zu verdauen: Lena hat den Wettbewerb für Deutschland rein als Sympathieträgerin gewonnen. Die Deutschen als Sympathieträger - das ist für den Tagi sowas von igitt, da bleibt ihnen die Spucke weg. Und sie schalten konsequent um auf Iggy Pop.
Der Tagi-Berichterstatter wirkt auch entsprechend gequält. "Eine Sängerin aus der Upper-Class mit englischem Arbeiter-Akzent ist immer wieder irritierend. Die Stimme überzeugt nicht. Lena bleibt blass". Irgendwas muss ihm da entgangen sein.
Zugegeben: das Lied ist flach, der Text echt bescheuert, und Lena singt mit einem ulkigen Akzent. Aber sie ist einfach unglaublich sympathisch. (Ich fand es so herzig, wie sie in Hannover eintrifft und den auf sie wartenden Fans zuruft: "Krass, ihr seid doch verrückt. Es regnet. Geht doch rein!")
Das ist für den Tagi mit seiner ganzen verquasten Berichterstattung am schwierigsten zu verdauen: Lena hat den Wettbewerb für Deutschland rein als Sympathieträgerin gewonnen. Die Deutschen als Sympathieträger - das ist für den Tagi sowas von igitt, da bleibt ihnen die Spucke weg. Und sie schalten konsequent um auf Iggy Pop.
Dienstag, 18. Mai 2010
«Blöd», «absurd» und «diskriminierend»

Ganz herzallerliebst finde ich die neueste vom Kanton Zürich lancierte "Integrationskampagne". Hier wird beispielhaft vorgeführt, was aus Menschen wird, wenn sie sich rückstandslos integriert haben. Ich sehe das als abschreckende Beispiele, und verbleibe mit unangepassten Grüssen.
PS. Michael Rüegg beantwortet im zugehörigen Interview
die Frage "Warum ist der Haupttext der Plakate Schweizerdeutsch?"
Antwort: Wir wollten, dass die Aussagen authentisch klingen.
Das hat doch was.
Samstag, 15. Mai 2010
Es ist eher untypisch, dass sich ein Schweizer als germanophil bezeichnet.
Tim Guldimann, der neue Botschafter der Schweiz in Berlin, hat Hannes Nussbaumer vom Tagi ein Interview zum "schweizerisch-deutschen Verhältnis" gegeben ("Vielleicht bin ich germanophil").
Insgesamt lesenswert, klug und wohlinformiert. Zwei Punkte sind mir aufgefallen:
Guldimann: "in einer Vorlesung an der Berner Uni [wurde ich] überrascht vom kollektiven Protest der Studierenden gegen meine Behauptung, wir gehörten zur deutschen Kultur. Darüber besteht offensichtlich keine Einigkeit. Heute wird zumindest offen über dieses Verhältnis diskutiert. Nur werden dabei Animositäten – sie betreffen insbesondere den Raum Zürich – populistisch missbraucht und in den Medien überzeichnet."
Das ist eine interessante Frage. Es gibt ja genügend Leute in der Deutschschweiz, die der festen Überzeugung sind, schweizerdeutsch und deutsch seien zwei verschiedene Sprachen. Nun ist "eine Sprache" noch ein abgrenzbarer Begriff. "Eine Kultur" weit weniger. Ich wäre der letzte, der bestreiten würde, dass es eine schweizer Kultur gibt. Steht das im Widerspruch zur Teilhabe an einer deutschen, französischen, italienischen, oder europäischen Kultur? Insofern ist die Zugehörigkeit zu einer Kultur sicher nichts ausschliessliches. Aber dass Dürrenmatt, Frisch u.v.a.m. zur deutschen Kultur gehören, ist sicher unbestreitbar.
Auf die Frage, wer wohl mit den populistischen Medien im Raum Zürich gemeint ist, gibt der Interviewer kurz danach selbst die Antwort mit einem ungläubigen Einwurf gegen die Ausführungen Guldimanns: "Es ist eher untypisch, dass sich ein Schweizer als germanophil bezeichnet." - Es ist jedenfalls eher untypisch, dass ein Tagi-Journalist nicht solange herumstochert, bis er eines seiner Klischees bestätigt findet.
Insgesamt lesenswert, klug und wohlinformiert. Zwei Punkte sind mir aufgefallen:
Guldimann: "in einer Vorlesung an der Berner Uni [wurde ich] überrascht vom kollektiven Protest der Studierenden gegen meine Behauptung, wir gehörten zur deutschen Kultur. Darüber besteht offensichtlich keine Einigkeit. Heute wird zumindest offen über dieses Verhältnis diskutiert. Nur werden dabei Animositäten – sie betreffen insbesondere den Raum Zürich – populistisch missbraucht und in den Medien überzeichnet."
Das ist eine interessante Frage. Es gibt ja genügend Leute in der Deutschschweiz, die der festen Überzeugung sind, schweizerdeutsch und deutsch seien zwei verschiedene Sprachen. Nun ist "eine Sprache" noch ein abgrenzbarer Begriff. "Eine Kultur" weit weniger. Ich wäre der letzte, der bestreiten würde, dass es eine schweizer Kultur gibt. Steht das im Widerspruch zur Teilhabe an einer deutschen, französischen, italienischen, oder europäischen Kultur? Insofern ist die Zugehörigkeit zu einer Kultur sicher nichts ausschliessliches. Aber dass Dürrenmatt, Frisch u.v.a.m. zur deutschen Kultur gehören, ist sicher unbestreitbar.
Auf die Frage, wer wohl mit den populistischen Medien im Raum Zürich gemeint ist, gibt der Interviewer kurz danach selbst die Antwort mit einem ungläubigen Einwurf gegen die Ausführungen Guldimanns: "Es ist eher untypisch, dass sich ein Schweizer als germanophil bezeichnet." - Es ist jedenfalls eher untypisch, dass ein Tagi-Journalist nicht solange herumstochert, bis er eines seiner Klischees bestätigt findet.
Donnerstag, 13. Mai 2010
47 «Deepwater Horizons» für die Schweiz
Seit Wochen fliessen täglich 700t Rohöl ungebremst in den Golf von Mexico und richten gewaltige Schäden an.
Wieviel ist das eigentlich?
700t täglich entspricht dem Verbrauch einer Stadt der Grösse Basels. Zur Versorgung der Schweiz bräuchte es 47 solcher Bohrinseln.
Der Durst unserer Zivilisation nach Öl ist unersättlich, und eigentlich ist es ein Wunder, dass ein solches tragisches Unglück nicht viel öfter passiert.
Wieviel ist das eigentlich?
700t täglich entspricht dem Verbrauch einer Stadt der Grösse Basels. Zur Versorgung der Schweiz bräuchte es 47 solcher Bohrinseln.
Der Durst unserer Zivilisation nach Öl ist unersättlich, und eigentlich ist es ein Wunder, dass ein solches tragisches Unglück nicht viel öfter passiert.
Mittwoch, 12. Mai 2010
M-Way, das Elektromobil von Migros
Nun springt die Migros auf den Elektro-Auto-Zug auf (Es ist vermessen, von einem Auto zu reden).
Mir ist dieser ganze Trend höchst suspekt. Habe ich da was verschlafen?
Fossile Energieträger werden im Kraftwerk verbrannt. Damit wird eine Turbine angetrieben, die elektrische Energie erzeugt. Diese wird überland geleitet (bis zur Steckdose) und durch einen Akku geleitet, den sie auflädt. Im Auto erzeugt dieser Akku Strom, der einen Elektromotor antreibt, und das Auto fährt. Bei jeder Umwandlung geht ein erheblicher Teil der Energie verloren. Wieviel Prozent der ursprünglichen Energie werden da eigentlich genutzt? (Beim hundskommunen Benzin-Auto wird der fossile Energieträger - chemisch raffiniert - im Motor verbrannt und in Bewegungsenergie umgewandelt. Fertig.)
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Gesamt-Öko-Bilanz für batteriegetriebene Elektroautos besser ist als für die guten alten Benzin-Kisten. Vor allem wenn Herstellung und Entsorgung der Batterien mit eingerechnet wird. Warum fahren eigenlich die elektrischen Eisenbahnen nicht mit Batterie sondern leisten sich den irrsinnigen Aufwand von Oberleitungen?
Manchmal habe ich den Verdacht, dass die Einführung der Elektroautos vor allem auf eins hinausläuft: Atom-Strom.
PS. Dem Leserbriefschreiber Alex Bötschi bin ich dankbar für den Hinweis auf vahle.de. Das könnte in die richtige Richtung weisen.
Mir ist dieser ganze Trend höchst suspekt. Habe ich da was verschlafen?
Fossile Energieträger werden im Kraftwerk verbrannt. Damit wird eine Turbine angetrieben, die elektrische Energie erzeugt. Diese wird überland geleitet (bis zur Steckdose) und durch einen Akku geleitet, den sie auflädt. Im Auto erzeugt dieser Akku Strom, der einen Elektromotor antreibt, und das Auto fährt. Bei jeder Umwandlung geht ein erheblicher Teil der Energie verloren. Wieviel Prozent der ursprünglichen Energie werden da eigentlich genutzt? (Beim hundskommunen Benzin-Auto wird der fossile Energieträger - chemisch raffiniert - im Motor verbrannt und in Bewegungsenergie umgewandelt. Fertig.)
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Gesamt-Öko-Bilanz für batteriegetriebene Elektroautos besser ist als für die guten alten Benzin-Kisten. Vor allem wenn Herstellung und Entsorgung der Batterien mit eingerechnet wird. Warum fahren eigenlich die elektrischen Eisenbahnen nicht mit Batterie sondern leisten sich den irrsinnigen Aufwand von Oberleitungen?
Manchmal habe ich den Verdacht, dass die Einführung der Elektroautos vor allem auf eins hinausläuft: Atom-Strom.
PS. Dem Leserbriefschreiber Alex Bötschi bin ich dankbar für den Hinweis auf vahle.de. Das könnte in die richtige Richtung weisen.
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