Wird der Tagi überhaupt darüber berichten, oder lassen sie es gleich ganz sein? Und wie werden sie damit fertig, dass sogar die Schweizer Delegation Lena auf Platz 1 gesetzt hat?
Der Tagi-Berichterstatter wirkt auch entsprechend gequält. "Eine Sängerin aus der Upper-Class mit englischem Arbeiter-Akzent ist immer wieder irritierend. Die Stimme überzeugt nicht. Lena bleibt blass". Irgendwas muss ihm da entgangen sein.
Zugegeben: das Lied ist flach, der Text echt bescheuert, und Lena singt mit einem ulkigen Akzent. Aber sie ist einfach unglaublich sympathisch. (Ich fand es so herzig, wie sie in Hannover eintrifft und den auf sie wartenden Fans zuruft: "Krass, ihr seid doch verrückt. Es regnet. Geht doch rein!")
Das ist für den Tagi mit seiner ganzen verquasten Berichterstattung am schwierigsten zu verdauen: Lena hat den Wettbewerb für Deutschland rein als Sympathieträgerin gewonnen. Die Deutschen als Sympathieträger - das ist für den Tagi sowas von igitt, da bleibt ihnen die Spucke weg. Und sie schalten konsequent um auf Iggy Pop.
Montag, 31. Mai 2010
Dienstag, 18. Mai 2010
«Blöd», «absurd» und «diskriminierend»

Ganz herzallerliebst finde ich die neueste vom Kanton Zürich lancierte "Integrationskampagne". Hier wird beispielhaft vorgeführt, was aus Menschen wird, wenn sie sich rückstandslos integriert haben. Ich sehe das als abschreckende Beispiele, und verbleibe mit unangepassten Grüssen.
PS. Michael Rüegg beantwortet im zugehörigen Interview
die Frage "Warum ist der Haupttext der Plakate Schweizerdeutsch?"
Antwort: Wir wollten, dass die Aussagen authentisch klingen.
Das hat doch was.
Samstag, 15. Mai 2010
Es ist eher untypisch, dass sich ein Schweizer als germanophil bezeichnet.
Tim Guldimann, der neue Botschafter der Schweiz in Berlin, hat Hannes Nussbaumer vom Tagi ein Interview zum "schweizerisch-deutschen Verhältnis" gegeben ("Vielleicht bin ich germanophil").
Insgesamt lesenswert, klug und wohlinformiert. Zwei Punkte sind mir aufgefallen:
Guldimann: "in einer Vorlesung an der Berner Uni [wurde ich] überrascht vom kollektiven Protest der Studierenden gegen meine Behauptung, wir gehörten zur deutschen Kultur. Darüber besteht offensichtlich keine Einigkeit. Heute wird zumindest offen über dieses Verhältnis diskutiert. Nur werden dabei Animositäten – sie betreffen insbesondere den Raum Zürich – populistisch missbraucht und in den Medien überzeichnet."
Das ist eine interessante Frage. Es gibt ja genügend Leute in der Deutschschweiz, die der festen Überzeugung sind, schweizerdeutsch und deutsch seien zwei verschiedene Sprachen. Nun ist "eine Sprache" noch ein abgrenzbarer Begriff. "Eine Kultur" weit weniger. Ich wäre der letzte, der bestreiten würde, dass es eine schweizer Kultur gibt. Steht das im Widerspruch zur Teilhabe an einer deutschen, französischen, italienischen, oder europäischen Kultur? Insofern ist die Zugehörigkeit zu einer Kultur sicher nichts ausschliessliches. Aber dass Dürrenmatt, Frisch u.v.a.m. zur deutschen Kultur gehören, ist sicher unbestreitbar.
Auf die Frage, wer wohl mit den populistischen Medien im Raum Zürich gemeint ist, gibt der Interviewer kurz danach selbst die Antwort mit einem ungläubigen Einwurf gegen die Ausführungen Guldimanns: "Es ist eher untypisch, dass sich ein Schweizer als germanophil bezeichnet." - Es ist jedenfalls eher untypisch, dass ein Tagi-Journalist nicht solange herumstochert, bis er eines seiner Klischees bestätigt findet.
Insgesamt lesenswert, klug und wohlinformiert. Zwei Punkte sind mir aufgefallen:
Guldimann: "in einer Vorlesung an der Berner Uni [wurde ich] überrascht vom kollektiven Protest der Studierenden gegen meine Behauptung, wir gehörten zur deutschen Kultur. Darüber besteht offensichtlich keine Einigkeit. Heute wird zumindest offen über dieses Verhältnis diskutiert. Nur werden dabei Animositäten – sie betreffen insbesondere den Raum Zürich – populistisch missbraucht und in den Medien überzeichnet."
Das ist eine interessante Frage. Es gibt ja genügend Leute in der Deutschschweiz, die der festen Überzeugung sind, schweizerdeutsch und deutsch seien zwei verschiedene Sprachen. Nun ist "eine Sprache" noch ein abgrenzbarer Begriff. "Eine Kultur" weit weniger. Ich wäre der letzte, der bestreiten würde, dass es eine schweizer Kultur gibt. Steht das im Widerspruch zur Teilhabe an einer deutschen, französischen, italienischen, oder europäischen Kultur? Insofern ist die Zugehörigkeit zu einer Kultur sicher nichts ausschliessliches. Aber dass Dürrenmatt, Frisch u.v.a.m. zur deutschen Kultur gehören, ist sicher unbestreitbar.
Auf die Frage, wer wohl mit den populistischen Medien im Raum Zürich gemeint ist, gibt der Interviewer kurz danach selbst die Antwort mit einem ungläubigen Einwurf gegen die Ausführungen Guldimanns: "Es ist eher untypisch, dass sich ein Schweizer als germanophil bezeichnet." - Es ist jedenfalls eher untypisch, dass ein Tagi-Journalist nicht solange herumstochert, bis er eines seiner Klischees bestätigt findet.
Donnerstag, 13. Mai 2010
47 «Deepwater Horizons» für die Schweiz
Seit Wochen fliessen täglich 700t Rohöl ungebremst in den Golf von Mexico und richten gewaltige Schäden an.
Wieviel ist das eigentlich?
700t täglich entspricht dem Verbrauch einer Stadt der Grösse Basels. Zur Versorgung der Schweiz bräuchte es 47 solcher Bohrinseln.
Der Durst unserer Zivilisation nach Öl ist unersättlich, und eigentlich ist es ein Wunder, dass ein solches tragisches Unglück nicht viel öfter passiert.
Wieviel ist das eigentlich?
700t täglich entspricht dem Verbrauch einer Stadt der Grösse Basels. Zur Versorgung der Schweiz bräuchte es 47 solcher Bohrinseln.
Der Durst unserer Zivilisation nach Öl ist unersättlich, und eigentlich ist es ein Wunder, dass ein solches tragisches Unglück nicht viel öfter passiert.
Mittwoch, 12. Mai 2010
M-Way, das Elektromobil von Migros
Nun springt die Migros auf den Elektro-Auto-Zug auf (Es ist vermessen, von einem Auto zu reden).
Mir ist dieser ganze Trend höchst suspekt. Habe ich da was verschlafen?
Fossile Energieträger werden im Kraftwerk verbrannt. Damit wird eine Turbine angetrieben, die elektrische Energie erzeugt. Diese wird überland geleitet (bis zur Steckdose) und durch einen Akku geleitet, den sie auflädt. Im Auto erzeugt dieser Akku Strom, der einen Elektromotor antreibt, und das Auto fährt. Bei jeder Umwandlung geht ein erheblicher Teil der Energie verloren. Wieviel Prozent der ursprünglichen Energie werden da eigentlich genutzt? (Beim hundskommunen Benzin-Auto wird der fossile Energieträger - chemisch raffiniert - im Motor verbrannt und in Bewegungsenergie umgewandelt. Fertig.)
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Gesamt-Öko-Bilanz für batteriegetriebene Elektroautos besser ist als für die guten alten Benzin-Kisten. Vor allem wenn Herstellung und Entsorgung der Batterien mit eingerechnet wird. Warum fahren eigenlich die elektrischen Eisenbahnen nicht mit Batterie sondern leisten sich den irrsinnigen Aufwand von Oberleitungen?
Manchmal habe ich den Verdacht, dass die Einführung der Elektroautos vor allem auf eins hinausläuft: Atom-Strom.
PS. Dem Leserbriefschreiber Alex Bötschi bin ich dankbar für den Hinweis auf vahle.de. Das könnte in die richtige Richtung weisen.
Mir ist dieser ganze Trend höchst suspekt. Habe ich da was verschlafen?
Fossile Energieträger werden im Kraftwerk verbrannt. Damit wird eine Turbine angetrieben, die elektrische Energie erzeugt. Diese wird überland geleitet (bis zur Steckdose) und durch einen Akku geleitet, den sie auflädt. Im Auto erzeugt dieser Akku Strom, der einen Elektromotor antreibt, und das Auto fährt. Bei jeder Umwandlung geht ein erheblicher Teil der Energie verloren. Wieviel Prozent der ursprünglichen Energie werden da eigentlich genutzt? (Beim hundskommunen Benzin-Auto wird der fossile Energieträger - chemisch raffiniert - im Motor verbrannt und in Bewegungsenergie umgewandelt. Fertig.)
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Gesamt-Öko-Bilanz für batteriegetriebene Elektroautos besser ist als für die guten alten Benzin-Kisten. Vor allem wenn Herstellung und Entsorgung der Batterien mit eingerechnet wird. Warum fahren eigenlich die elektrischen Eisenbahnen nicht mit Batterie sondern leisten sich den irrsinnigen Aufwand von Oberleitungen?
Manchmal habe ich den Verdacht, dass die Einführung der Elektroautos vor allem auf eins hinausläuft: Atom-Strom.
PS. Dem Leserbriefschreiber Alex Bötschi bin ich dankbar für den Hinweis auf vahle.de. Das könnte in die richtige Richtung weisen.
Dienstag, 11. Mai 2010
Finanzpolitik nach Art der schwäbischen Hausfrau
Jetzt habe ich mich endlich aufgerafft und dem Tagi einen online-Kommentar geschickt, und nun wird der nicht aufgeschaltet. Was soll man davon halten?
Philipp Löpfe kommentierte heute das zauderliche Verhalten von Angela Merkel in der Euro-Krise unter der Überschrift Finanzpolitik nach Art der schwäbischen Hausfrau - ein Schelm wer dabei an die vom Tagi pausenlos gepflegten Ressentiments gegenüber dem nördlichen Nachbarn denkt.
Angela Merkel (aufgewachsen in der Uckermark) hat das tatsächlich so gesagt mit der "schwäbischen Hausfrau". Damit bediente sie ein Klischee, wie es passender für die antideutschen Reflexe der Tagi-Schreiber gar nicht hätte kommen können. Ob die Milliarden-Hilfe für Griechenland zu spät bewilligt wurde, oder ob es überhaupt richtig ist, in der jetzt beschlossenen Weise die "Geld-Helikopter" loszuschicken, das kann mit Fug diskutiert werden. Dass man das Ganze mit einer Spitze gegen die "Schwaben" versehen kann, bereitet dem Verfasser natürlich ein doppeltes Vergnügen.
Philipp Löpfe kommentierte heute das zauderliche Verhalten von Angela Merkel in der Euro-Krise unter der Überschrift Finanzpolitik nach Art der schwäbischen Hausfrau - ein Schelm wer dabei an die vom Tagi pausenlos gepflegten Ressentiments gegenüber dem nördlichen Nachbarn denkt.
Angela Merkel (aufgewachsen in der Uckermark) hat das tatsächlich so gesagt mit der "schwäbischen Hausfrau". Damit bediente sie ein Klischee, wie es passender für die antideutschen Reflexe der Tagi-Schreiber gar nicht hätte kommen können. Ob die Milliarden-Hilfe für Griechenland zu spät bewilligt wurde, oder ob es überhaupt richtig ist, in der jetzt beschlossenen Weise die "Geld-Helikopter" loszuschicken, das kann mit Fug diskutiert werden. Dass man das Ganze mit einer Spitze gegen die "Schwaben" versehen kann, bereitet dem Verfasser natürlich ein doppeltes Vergnügen.
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